Red Hand Day an der KGS Rastede

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von Artur (Jg. 7), Marit (Jg. 5), Alissa (Jg. 6), Thubelihle (Jg. 11) und Linus (Jg. 9)

Am 13. Februar 2024 hat die AG „Für den Frieden“ wieder im Forum in der Wilhelmstraße eine Aktion zum Red Hand Day durchgeführt. Der Red Hand Day ist ein internationaler Tag gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen. An diesem Tag soll auf der ganzen Welt an Kinder erinnert werden, die dazu gezwungen werden, in Kriegen und bewaffneten Konflikten zu kämpfen. Die Kinderschutzorganisation Terre des Hommes ruft aus diesem Anlass zu einer Aktion auf, bei der man seine Hand rot anmalt und auf ein Blatt Papier drückt, um mit dieser roten Hand ein Zeichen gegen Kindersoldaten zu setzen. Terre des Hommes stellt dazu auch Flyer und Broschüren zur Verfügung. An unserer Schule organisiert die AG „Für den Frieden“ den Red Hand Day schon seit mehr als fünf Jahren, damit alle Schüler*innen auf das Schicksal der Kindersoldat*innen aufmerksam gemacht werden. Denn Kinder sollen nicht zu Soldat*innen werden, sondern Kinder sein dürfen und ihre Kindheit genauso genießen können wie wir in Deutschland. Die AG „Für den Frieden“ hofft daher, dass sich viele Schüler*innen mit ihnen gemeinsam gegen Zwangsrekrutierung und Missbrauch von Kindern einsetzen.

Die Aktion fand in beiden 20-Minuten-Pausen statt. Vorher bauten die Mitglieder der AG „Für den Frieden“ alles auf: Tische und Pinnwände wurden aufgestellt, rote Farbe, Zettel und Wasser zum Händewaschen wurden bereitgestellt.

Milan aus Jahrgang 13 hängte Informationsplakate zum Thema Kindersoldat*innen und Red Hand Day auf, damit die Schüler*innen nachlesen können, worum es geht.

Nach dem Pausenklingeln ging es los: Viele Schüler*innen ließen sich ihre Hände mit roter Fingerfarbe bestreichen, um die typischen roten Handabdrücke anzufertigen.

Als nächstes wurde der Name unter den Handabdruck geschrieben. Auch einige Lehrkräfte beteiligten sich an der Aktion.

Auch in der zweiten 20-Minuten-Pause drückten Schüler*innen ihre roten Hände aufs Papier, um ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen zu setzen.

Herr Lemke hängte die vielen roten Hände im Forum zum Trocknen auf.

IRREGULäR hat Schüler*innen und Lehrkräfte zum Red Hand Day an der KGS Rastede befragt:

Kindersoldat*innen sind Kinder, die in bewaffneten Konflikten eingesetzt werden. Die „Pariser Prinzipien“, die im Jahr 2007 von 105 Staaten unterzeichnet wurden, geben noch eine genauere Definition des Begriffs: Kindersoldat*innen sind „alle Personen unter 18 Jahren, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert oder benutzt werden (…), darunter Kinder, die als Kämpfer, Köche, Träger, Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken benutzt wurden.“

Die Vereinten Nationen (UN) ist eine Organisation, zu der sich 193 Länder zusammengeschlossen haben mit dem Ziel, den Weltfrieden zu sichern und die Einhaltung der Menschenrechte durchzusetzen. Sie versucht schon sehr lange gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen vorzugehen und hat dazu folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Die UN-Kinderrechtskonvention, ein Übereinkommen über die Rechte des Kindes, wurde 1990 verabschiedet.
  • Das Zusatzprotokoll „Kinder in bewaffneten Konflikten“ verbietet den Einsatz von Kindern unter 15 Jahren bereits seit 1977.
  • Im Jahr 2002 wurde der Internationalen Strafgerichtshof eingerichtet, der unter anderem die Rekrutierung von Kindern als Kriegsverbrechen verfolgt.
  • Die UN hat einen Sonderbeauftragten für Kinder in bewaffneten Konflikten benannt.
  • Die „Straight-18-Standards“ besagen, dass niemand unter 18 Jahren zwangsweise zum Militätdienst eingezogen werden darf.

Nicht alle Länder erkennen die UN-Kinderrechtskonvention und die anderen Vereinbarungen an. Aktuell gibt es etwa 250.000 Kindersoldat*innen weltweit. Sie werden in den folgenden Ländern eingesetzt:

  • Sudan
  • Südsudan
  • Mali
  • Nigeria
  • Kamerun
  • Zentralafrikanische Republik
  • Demokratische Republik Kongo
  • Somalia
  • Jemen
  • Syrien
  • Libanon
  • Irak
  • Afghanistan
  • Indien
  • Myanmar
  • Philippinen

Kinder werden nicht nur deshalb als Soldaten eingesetzt, weil nicht genügend Erwachsene zur Verfügung stehen, sondern sie werden gezielt aufgrund kindlicher Eigenschaften genutzt: Kinder sind leichter zu manipulieren. Sie glauben daher den Erwachsenen, übernehmen ihre Feindbilder und lassen sich für ihre Ideologien begeistern. Kinder können noch nicht so gut zwischen moralisch richtigem und falschem Verhalten unterscheiden. Auch die Grenze zwischen Abenteuerspiel und Realität ist ihnen noch nicht so klar und sie haben noch keine richtige Vorstellung von der Endgültigkeit des Todes. Daher sind sich Kinder der Konsequenzen von Kriegshandlungen oft gar nicht richtig bewusst und das macht sie furchtloser als Erwachsene. Außerdem sind Kindersoldat*innen viel billiger als erwachsene Soldat*innen, weil sie weniger Verpflegung benötigen und kein oder nur sehr wenig Geld bekommen.

Kindersoldat*innen werden meist eingesetzt, um zu spionieren, Minen auszukundschaften und Attentate – auch mit Bomben – durchzuführen. Dass sie so leicht eingesetzt werden können, hängt auch damit zusammen, wie Waffen in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt wurden: Man benötigt weder Kraft noch eine besondere Ausbildung, um sie zu benutzen – die Bedienung der meisten Waffen ist also leider tatsächlich kinderleicht.

Die Folgen für die Kindersoldat*innen sind schrecklich: Wenn sie überleben, tragen sie langfristige psychische und körperliche Schäden davon. Denn sie leben von ihren Familien getrennt und umgeben von ständiger Gewalt. Wenn sie zu der Kriegspartei gehören, die einen Konflikt verliert, droht ihnen dann Strafverfolgung. Außerdem haben sie als Erwachsene schlechtere Arbeitschancen und überhaupt schlechtere Chancen auf ein normales Leben.

Als Kind wohnte Innocent in einem Dorf im Norden von Uganda, wo zu dieser Zeit Krieg herrschte. Als er 10 Jahre alt war, kamen bewaffnete Männer in sein Dorf, fesselten die Kinder und nahmen sie mit in ein Lager. Den Kindern wurde das Schießen beigebracht. Außerdem mussten sie trainieren, Patronen auszuweichen. Dazu hat man einfach auf sie geschossen. Nach seiner Ausbildung mussten Innocent und die anderen Kinder gegen die Regierungssoldat*innen kämpfen. Innocent unternahm zwei Fluchtversuche. Beim ersten wurde er entdeckt und schwer am Bein verletzt. Beim zweiten Versuch schaffte er es zu entkommen. Später durfte er in sein Dorf zurückkehren.


Thubelihle, Jahrgang 11

Thubelihle und Linus haben den Red Hand Day 2024 an der KGS Rastede begleitet. Thubelihle hat Mitglieder der AG „Für den Frieden“ sowie Schüler*innen und Lehrkräfte befragt. Linus hat fotografiert.

Linus, Jahrgang 9
Marit, Jahrgang 5

Marit und Alissa haben den Podcast moderiert. Für den Podcast wurden die Aufnahmen verwendet, die Thubelilhe bei der Befragung aufgenommen hat.

Alissa, Jahrgang 6
Artur, Jahrgang 7

Artur hat alle Texte in diesem Beitrag verfasst. Dazu hat er über den Red Hand Day und das Thema Kindersoldat*innen recherchiert.

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