21 Jahre Schule ohne Rassismus

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von Hannah B., Roman S. und Sophie W. mit freundlicher Unterstützung von Lene, Tim, Mia und Simon (Jg. 6) sowie Linus und Emma (Jg. 8) und der Video-AG

Schon seit 21 Jahren sagt unsere Schule „Nein“ zu Rassismus und dieses Ziel will sie auch weiterhin verfolgen. Bestimmt habt ihr alle schon das Logo „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an der Schulwand gesehen. Das 20-jährige Jubiläum der Verleihung dieses Titels feierte die KGS am 22. Juni 2022. Aufgrund der Corona-Pandemie war der Festakt allerdings um ein Jahr verschoben worden.

Das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule ohne Courage“ und damit auch das Logo am Schulgebäude erhielt die KGS im Jahr 2001, weil sich damals mindestens 70% der Schulmitglieder in einer geheimen Abstimmung dafür ausgesprochen haben, sich aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus einzusetzen. Daher ist der Titel kein Preis, sondern eine Selbstverpflichtung. Um dieses Ziel zu erreichen bzw. diese Verpflichtung zu erfüllen, gibt es an der KGS Rastede unter anderem die AG „Für den Frieden“, die schon seit mehr als 20 Jahren Veranstaltungen und Aktionen gegen Rassismus durchführt. Die AG „Für den Frieden“ hat auch den Festakt zum Jubiläum der Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ organisiert.

Zum 20-jährigen Jubiläum gestalteten alle Klassen der KGS Plakate zum Thema „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.


Der Festakt zum 20. Jubiläum von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

„Dass alle Anwesenden dem Rassismus eine klare Absage erteilten und dass wir uns als ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ für eine Welt in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück für alle Menschen einsetzen wollen, ist die wichtigste wichtigste Botschaft unseres Festaktes.“ Das war die zentrale Botschaft von Lana, Nicholas, Veronika und Milan von der AG „Für den Frieden“, die den Festakt am 10. Juni 2022 moderierten. In der Mehrzweckhalle waren alle Schüler*innen und Lehrkräfte sowie zahlreiche weitere Gäste anwesend, darunter der Bürgermeister, Vertreter verschiedener Rasteder Parteien und ehemalige Mitglieder der AG „Für den Frieden“.

Rassismus ist Alltag und passiert täglich. Dies betonte auch Schulleiterin Claudia Berger in ihrer Rede. Sie warf die Frage auf, wann eine Äußerung oder ein Kommentar noch lustig ist und ab wann eine Äußerung als rassistisch zählt und unsere Mitmenschen verletzen kann – „Was ist noch Spaß?“ Anschließend führten die Moderator*innen ein Interview mit Oswald Marschall vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma. Er berichtete von eigenen Erfahrungen mit Rassismus und betonte, wie verbreitet und alltäglich Antiziganismus in Deutschland ist. Beim Festakt wurden außerdem die zwei neue Paten-Organisationen vorgestellt, mit denen die KGS im Bereich Anti-Rassismus in Zukunft zusammenarbeiten wird: Sea-Watch und die Seebrücke Oldenburg. Vertreten wurden sie von Marina Imsiecke (Sea-Watch) und Thomas Honesz (Seebrücke Oldenburg). Beide verdeutlichen das Problem der Abschiebung in Europa, sie fordern ein Europa ohne Abschiebung und Hilfeleistungen unabhängig von der Herkunft. Auch wir Schüler*innen können, um dieses Ziel umzusetzen, einen Beitrag leisten. Ein Schritt, der angesprochen wurde ist Rastede zu einem „sicheren Hafen“ zu machen. Eine Gemeinde kann sich zu einem „sicheren Hafen“ erklären, wenn sie bereit ist, Flüchtlinge willkommen zu heißen und sich aktiv gegen die Abschottung von Europa einzusetzen. Gemeinsam mit den Paten-Organisationen und den Schüler*innen der KGS hofft die AG „Für den Frieden“ auch weiterhin viele Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung umzusetzen: „Wir wehren uns gegen die Doofheit des Rassismus.“ Damit soll das Versprechen „Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage“ auch nach mehr als 20 Jahren noch erfüllt werden. 

Veronika, Lana, Milan und Nicholas von der AG „Für den Frieden“ moderierten den Festakt zum Jubiläum „20 Jahre Schule ohne Rassismus – 20 Jahre Schule mit Courage“.
Die gesamte Schüler*innenschaft, alle Lehrkräfte und Gäste hatten sich in der Mehrzweckhalle versammelt.
Oswald Marschall vom Zentralrat der Sinti und Roma erzählte von seinen eigenen Erfahrungen mit Antiziganismus und forderte die Schüler*innen auf, sich im Alltag gegen Rassismus einzusetzen.
Marina Imsiecke von Sea-Watch und Thomas Honesz von der Seebrücke Oldenburg berichteten im Interview über die Aktivitäten der beiden Organisationen und ihre eigene Motivation, sich hier zu engagieren.

Musikalisch wurde der Festakt von Herrn Mönnich mit Gitarre und Gesang eröffnet, da die Band, die eigentlich auftreten sollte, kurzfristig abgesagt hat. Dennoch gelang es ihm gemeinsam mit den Schüler*innen Maria und Justus das Publikum musikalisch gut zu unterhalten. Die Technik wurde von Schüler*innen aus der Arbeitsgemeinschaft „Veranstaltungstechnik“ übernommen. Maria spielte ein Lied, das sie auch selbst komponiert hatte. Justus beendete den Festakt mit dem „Liebeslied“ von Bodo Wartke. Er begeisterte die Schüler*innen damit, dass er das Lied in vielen unterschiedlichen Sprachen sang und dabei auch auf die Wünsche des Publikums einging. Polnisch, Französisch, Arabisch, Italienisch und vieles mehr – dadurch wurde noch einmal verdeutlicht wie vielfältig die Wurzeln und Bezüge der Schüler*innen im Publikum sind und dass an der KGS Rastede jede*r einen Platz hat.

Die Musikbeiträge von Herrn Mönnich und das Liebeslied von Justus in (fast) allen Sprachen könnt ihr in dem folgenden Video der Video-AG noch einmal erleben.


Die AG „Für den Frieden“

Die AG „Für den Frieden“ ist eine Arbeitsgemeinschaft an der KGS Rastede, die sich zu Beginn des Jahres 2000 aus den Arbeitsgemeinschaften „Krieg um Kosovo“ und „Krieg um Tschetschenien“ entwickelte. Sie wird für die Klassenstufen 9 bis 13 angeboten. Im Schuljahr 2022/23 hat Herr Lemke die AG übernommen, nachdem Herr Luttmer, der sie viele Jahre geleitet hatte, in den Ruhestand gegangen ist. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich für eine eine Welt ein, in der Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit herrschen. Themenschwerpunkte sind

  • Sinti und Roma
  • Antisemitismus
  • Kampf gegen den Rechtsextremismus
  • Engagement für den Frieden
  • Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Seit im vergangenen Februar der Krieg Russlands gegen die Ukraine begonnen hat, hat sich die AG „Für den Frieden“ mit mehren Aktionen für Frieden in der Ukraine eingesetzt und dabei uns allen die Möglichkeit gegeben, unserem Entsetzen über diesen Krieg Ausdruck zu verleihen.

Bei einer Mahnwache am 14. März 2022 versammelten sich etwa 85 Rasteder*innen vor dem Rathaus, das in den Nationalfarben der Ukraine angeleuchtet wurde.

Am 31. März organisierte die AG „Für den Frieden“ gemeinsam mit der Grundschule Feldbreite eine große Demonstration gegen den Krieg in der Ukraine.

Die AG „Für den Frieden“ freut sich über Unterstützung.
Schüler*innen aus den Jahrgängen 9 bis 13, die Interesse an der Arbeitsgemeinschaft haben, können sich an Herrn Lemke wenden (lke@kgs-rastede.eu).

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