Faszination E-Mobilität

Mit dem E-Bus zur Schule, lautlos und klimaneutral – eine Zukunftsvision, die gar nicht mehr so abstrakt scheint. Obwohl die Elektromobilität derzeit noch in Kinderschuhen steckt, findet sie bereits viele Anhänger, die ihren ökologischen Fußabdruck mindern wollen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Verkehrswende in Deutschland. Doch wie prägnant diese Rolle wirklich ist, inwiefern das Konzept überhaupt langfristig beständig ist und vieles mehr, werden wir im Folgenden in diesem Artikel erläutern.

Verkehrswende – Weshalb überhaupt?

Laut einer Statistik des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahre 2019 emittiert der Straßenverkehr 20% der gesamten CO2 -Emissionen in Deutschland. Der Straßenverkehr ist somit Deutschlands drittgrößter CO2-Emittent nach Energieerzeugung und Industrie. Und trotz der Etablierung von Alternativen wie Carsharing sowie des Ausbaus des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) herrscht das private Auto weiterhin über Deutschlands Straßen. Da eines der
Hauptziele der Verkehrswende die Dekarbonisierung ist, stellt das Elektroauto eine attraktive Lösung dar.

E-Mobilität jetzt

Hartmut Kayser fährt ein E-Auto, weil es aktuell eine ökologisch sinnvolle Alternative darstellt. Für die Zukunft wünscht er sich Verkehrskonzepte, in denen Autos eine geringere Rolle spielen.

E-Autos haben viele Vor- und Nachteile. Um diese besser nachvollziehen zu können, haben wir den Besitzer eines Elektroautos interviewt. ,,Das alte Auto meiner Frau war kaputt und sie ist nun mal beruflich auf ihr Auto angewiesen“, sagt Hartmut Kayser, Mitnutzer eines Volkswagen E-Up! der ersten Generation. ,,Und E-Autos sind einfach ökologisch sehr sinnvoll.“ Auf die Frage nach guten sowie schlechten Erfahrungen mit dem Wagen antwortete Herr Kayser: ,,Am besten gefällt mir das Fahrverhalten. Dieses Gefühl, der Wagen ist einfach sehr leise und lässt sich angenehm fahren. Er ist einfach ein guter Ersatz und als Kleinwagen auf lokaler Ebene völlig ausreichend.“
Doch Elektroautos haben zwei gravierende Nachteile: ,,Das größte Problem ist eigentlich die Reichweite. Wie gesagt, auf lokaler Ebene um zur Arbeit zu kommen ist es kein Problem, aber bei Autobahnfahrten oder generell längeren Strecken merkt man es. Bei einer meiner ersten Autobahnfahrten mit dem Wagen hatte ich diesen Faktor vergessen und bin fast liegengeblieben. Die Reichweite wäre aber kein so großes Problem, wenn das Ladestationen-Netz besser wäre. Außerdem erfolgt das Laden an einigen Stationen mit einer App, was nicht immer funktioniert.“ Doch aus Fehlern kann man lernen, an ihnen kann man zur Verbesserung des Konzepts ansetzen. Kayser schlägt vor, gerade am Ladesystem anzusetzen: ,,Ein Schnellladesystem für alle Marken, so wie es bei Tesla bereits vorhanden ist, wäre sinnvoll.“ Gemeint ist das bereits international etablierte SuperchargerSystem des US-Konzerns TESLA. ,,Alternativ könnte man ein Akkutauschsystem etablieren“, sagt Kayser. ,,Auf politischer Ebene halte ich es langfristig auch tatsächlich für durchaus sinnvoll, das Laden kostenlos zu machen.“ Derzeit sind E-Autos bereits staatlich subventioniert und der Strom im Vergleich zu Diesel
und besonders Benzin verhältnismäßig günstig.

Die Zukunft der E-Autos

In Rastede kann man sein E-Auto an der „Stromtankstelle“ von EWE in der Oldenburger Straße aufladen.

E-Autos sind stark im Trend. Dies zeigt allein schon eine Statistik des Kraftfahrtbundesamtes aus dem Jahre 2019. Demnach gab es 2019 über 400% mehr in Deutschland zugelassene E-Autos als im Jahre 2015. Durch die zunehmende Knappheit fossiler Brennstoffe und den damit verbundenen steigenden Preisen für selbige, kann auf wirtschaftlicher Ebene davon ausgegangen werden, dass dieser Trend auch langfristige Folgen haben wird. Auch Hartmut Kayser ist zuversichtlich, doch geht er nicht davon aus, dass den E-Autos allein die Zukunft gehört: ,,Ich bin mir sicher, dass E-Mobilität in den nächsten Jahren weiter an Popularität gewinnen und weiterentwickelt werden wird. Aber ich denke, dass sich langfristig bessere Alternativen zu Strom als Kraftstoff finden werden und dass andere Verkehrskonzepte als das Auto in Zukunft eine größere Rolle spielen werden.
Nach dieser Prognose ist es also durchaus möglich, dass die futuristische Vision des elektrischen Schulbusses sehr bald schon zur Realität wird.


Lorenz Schröder, Jahrgang 12


Duncan F. Reh und Lorenz Schröder interessieren sich sehr für
den Umweltschutz. Lorenz beschäftigt sich besonders mit dem Fachbereich Windenergie und Duncan ist Mitglied bei Fridays for Future. Des Weiteren interessieren sich beide für Kraftfahrzeuge und wie sich diese in Zukunft entwickeln werden.
Duncan und Lorenz belegen das Seminarfach „Journalismus im 21. Jahrhundert“.

Duncan F. Reh, Jahrgang 12

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