Schuluniform / Entwurf

Schüler entwerfen eine KGS-Schuluniform

Freiheit oder Gemeinschaft? Vor- und Nachteile von Schuluniformen

Die Idee einer einheitlichen Bekleidung für Schüler und Schülerinnen entstand bereits im 16. Jahrhundert und ist bis heute in einigen Ländern, wie z.B. Großbritannien, ein Teil des Schulalltags. Jedoch veränderte sich die Gesellschaft im Laufe der Zeit und in vielen Ländern wurde das Prinzip der Schuluniform ausrangiert. Einer der Hauptgründe dafür liegt in dem persönlichen Bedürfnis nach individueller Entfaltung. Die Kleidung ist für viele Menschen eine Möglichkeit, der Gesellschaft ihre Persönlichkeit öffentlich zu präsentieren. Denn die Art, wie ein Mensch sich kleidet, bringt viel über seine Charakterzüge zum Ausdruck. So sieht man an Schulen, in welchen keine Kleiderordnung vorgeschrieben ist, völlig unterschiedliche Kleidungsstile, die individuelle Vorlieben für Farben, Muster und Schnitte ausdrücken. Teilweise werden durch das Tragen von Fanartikeln auch Präferenzen bezüglich Musik, Serien oder Idolen dargestellt. Mit einer fest vorgeschriebenen Schuluniform fällt diese Möglichkeit des Ausdrucks von Individualität weg.

Eine festgelegte Kleidervorschrift bietet jedoch auch Vorteile. Dadurch, dass man nicht über seine Kleiderwahl für den Tag nachdenken muss, kann man seine Zeit und Sorgen in weniger oberflächliche Themen investieren und somit den Tag effizienter und sorgloser beginnen. Darüber hinaus wird der Zusammenhalt innerhalb der Schülerschaft gefördert, da die Schülerinnen und Schüler durch die einheitliche Kleidung auch auf persönlicher Ebene das Gefühl entwickeln können, eine Einheit zu bilden. Somit wird der Teamgeist gestärkt und ein freundlicher Umgang miteinander gefördert. Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl kommt auch der Prävention von Mobbing zugute, weil die Kleidung keine Angriffsfläche für Beleidigungen darstellen kann. Einheitliche Kleidung ermöglicht somit eine grundlegende Gleichheit für alle Individuen an dieser Schule, wobei auch finanzielle Optionen der einzelnen Familien keine Rolle spielen. Alle Schüler und Schülerinnen tragen die gleiche Kleidung, egal wie viel Geld den Eltern zur Verfügung steht. Auf diese Weise ist es unmöglich, teure Kleidung zu nutzen, um sich zu profilieren. Aufgrund der aufgeführten Argumente spreche ich mich für eine vorgeschriebene Kleiderordnung aus, die Oberflächlichkeiten in den Hintergrund stellt und den Fokus auf die Persönlichkeit legt, um ein harmonisches Klima in der Schule zu fördern und den Zusammenhalt zu bestärken.

Gleichheit & Gemütlichkeit – Anforderungen an eine zeitgemäße Schuluniform

Ich bin der Ansicht, dass eine Kleiderordnung wie sie in Großbritannien üblich ist, nicht der heutigen Zeit angemessen ist.

Häufig bestehen die Uniformen aus Hemden, Krawatten, Stoffhosen für Jungs und Röcke mit Strümpfen für die Mädchen. Meiner Meinung nach werden durch die Klassifizierung nach zwei Geschlechtern, nämlich männlich und weiblich, Individuen ausgegrenzt, welche sich nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren oder einfach die persönliche Präferenz haben, sich nicht den in der Gesellschaft verankerten Stereotypen zu fügen. Daher sollte man diese Option offen halten sollte die gesamte Schuluniform geschlechtsneutral halten.

Eine für die heutige Zeit entworfene Einheitskleidung in der Schule sollte auch Kriterien erfüllen, die langfristig Ökonomie und Ökologie fördern. Somit sollte die Kleidung nachhaltig hergestellt und umweltfreundlich sein. Dafür sollten die Produkte meiner Meinung nach aus Bio-Rohstoffen bestehen und recycelt bzw. recyclebar sein.

Außerdem sollten sie unter fairen Bedingungen hergestellt sein. Alle Arbeiter, die an diesen Kleidungsstücken gearbeitet haben, sollten sozial behandelt werden und eine faire Entlohnung für ihre Arbeit erhalten.

Darüber hinaus würde ich vegane Produkte für die Schüler und Schülerinnen zur Verfügung stellen, da somit weder Mensch noch Tier für die Kleidung leiden müssen. Massenherstellung geht auch mit enormen Verschmutzungen der Umwelt einher.

Durch die Verwendung von Biobaumwolle in den einzelnen Kleidungstücken wäre sichergestellt, dass diese langlebig sind und nur ein geringes Allergiepotenzial aufweisen. Baumwollgewebe sind außerdem flexible und demzufolge sehr bequem und für alle Körpertypen geeignet.

Ich halte es für besonders wichtig, dass bei für alle Schüler und Schülerinnen ein hoher Komfort gegeben ist. Enge Blusen/ Hemden oder engen Hosen sind dagegen ungeeignet, weil sie die Körperfigur betonen und somit das Streben nach einer Idealfigur befördern.

Die Kleiderordnung sollte deshalb aus lockeren Hosen und T-Shirts bzw. Kapuzenpullovern bestehen, welche mit dem Schullogo gekennzeichnet sind. Demzufolge bestünde die Schuluniform aus nachhaltigen, geschlechtsneutralen und bequemen Kleidungsstücken, die den Zusammenhalt der Schulgemeinschaft fördern.

Aus diesen Gründen würde ich eine einheitliche Schuluniform bei uns an der Kooperativen Gesamtschule Rastede für eine gute Maßnahme halten, um unseren Vorsatz für eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ noch weiter auszubauen und eine Schulgemeinschaft zu fördern, in der alle Schüler und Schülerinnen die Chance haben, ihr Persönlichkeit in den Fokus zu stellen und sich nicht über oberflächliche Besitztümer zu definieren.

Mein Entwurf für eine KGS-Schuluniform

Was meint ihr dazu?

Wie steht ihr zum Thema Schuluniform? Ist es euch besonders wichtig, eure Persönlichkeit über Klamotten auszudrücken? Oder fördert das eher Oberflächlichkeit und Vorurteile? Wie sieht für euch eine zeitgemäße Schuluniform aus? Schreibt uns eure Meinung und schickt uns an schuelerzeitung@kgs-rastede.de und entwerft selbst eine zeitgemäße KGS-Schuluniform! In der Rubrik „Leserbriefe“ ist jede Menge Platz für spannende Diskussionen.


Rieke Koopmann

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