Schüler stürmen über den Schulhof

Das KGS-Pausensystem auf dem Prüfstand

Die neue Woche beginnt wie immer mit einem endlos erscheinenden Montag. Wie üblich startet sie mit acht Stunden und einer ewig langen Mittagspause. Trotzdem ist in den 10-Minuten-Pausen nicht einmal ausreichend Zeit, um zum Kiosk oder zur Toilette zu gehen. Dass wir mit unserer Unzufriedenheit nicht allein sind, zeigt auch die Umfrage, die wir für die Schülerzeitung durchgeführt haben: Viele Schülerinnen und Schüler ärgern sich über die Pausenzeiten und haben Vorschläge für Verbesserungen. Daher haben wir uns einmal gründlicher mit dem Pausensystem der KGS befasst.

Viele Schülerinnen und Schüler ärgern sich über lange Schlangen am Kiosk.
In den 10-Minuten-Pausen kommt man am Kiosk oft gar nicht dran.

Die Schülerwünsche gehen weit auseinander

Wie kam es zu unserem aktuellen Pausensystem und könnten alternative Pausenzeiten den Schultag möglicherweise verbessern? Um diese Frage zu klären, haben wir uns zuerst an unsere Schülervertretung (SV) gewandt. Die SV legte uns einige Meinungen von Schülerinnen und Schüler bezüglich des aktuellen Pausensystems dar: Zum Einen gebe es einen Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach kürzeren Pausen und somit einem früheren Unterrichtsende und der Forderung nach längeren, angenehmeren Pausen, z.B. mit mehr Sitzgelegenheiten und einer anderen Mensa. Die Meinungen der Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarstufe 1 und der Sekundarstufe 2 unterscheiden sich dabei enorm. Darüber hinaus sei die Länge der Mittagspause optimal, um nach Hause zu fahren, wenn man in Rastede wohnt. Für die Kinder, die auf den Bus angewiesen sind, würde die Länge der Mittagspause dagegen ungenutzte Freizeit bedeuten.

Das Doppelstundenprinzip hat sich bewährt

Talea Schweers im Gespräch mit Frau Windels
Ein Gespräch mit Frau Windels
ermöglichte uns einen ganz neuen Blickwinkel.

Einen ganz anderen Blickwinkel erhielten wir im Gespräch mit unserer stellvertretenden Schul­leiterin Frau Windels. Zunächst wollten wir wissen, wie sich das Pausensystem in ihren 25 Jahren an der KGS verändert hat. Dabei stellte sich heraus, dass es früher zwischen allen Stunden eine Pause gab: Zwischen der 1. und 2. Stunde, zwischen der 3. und 4. Stunde sowie zwischen der 5. und der 6. Stunde lagen jeweils zehn Minuten Pause. Fünfzehn Minuten Pause gab es zwischen der 2. und 3. Stunde sowie zwischen der 4. und 5. Stunde. Über ein Doppelstundenmodell, welches viele Vorteile bietet, wurde in der Schulleitung viel diskutiert. Schülerinnen und Schüler haben weniger Fächer an einem Tag, müssen somit weniger Schulbücher mitbringen und haben eine leichtere Schultasche. Zudem sind unterschiedliche Unterrichtsmethoden besser einsetzbar. Es kann projektorientierter und effektiver unterrichtet werden. Daher wurden die zehn Minuten Pause, die zwischen der 3. und 4. Stunde lagen, auf die 15-Minuten-Pausen verteilt. So entstand das aktuelle Pausensystem mit zwei 10-Minuten-Pausen und zwei 20-Minuten-Pausen. Das wurde Frau Windels zufolge dann zwei Jahre lang getestet und habe sich als das bessere System bewährt.

Erholung ist wichtig

Wir haben Frau Windels natürlich auch gefragt, wieso man nicht die 10-Minuten Pausen einfach komplett streichen könnte und die 20-Minuten-Pausen einfach wieder auf 15 Minuten kürzt. Frau Windels wies uns darauf hin, dass viele Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 Fächer auch nur drei oder fünf Stunden in der Woche haben. Dazu käme, dass wir zwei Standorte haben und man auf jeden Fall fünf Minuten zum Wechseln der Schulgebäude braucht. Viele Schülerinnen und Schülerinnen haben vor der Schule noch gar nicht gefrühstückt und die erste Stunde sei oft sehr ermüdend. Deshalb benötigen viele die erste Pause zur Entspannung. Die Unterrichtszeiten seien auch auf die Busverbindungen abgestimmt.

Lange Schlangen am Kiosk und mangelnde Sitzgelegenheiten

Ein weiterer Punkt auf unserer Liste war die Verbesserung der Cafeteria. Denn viele Schülerinnen und Schüler hatten sich in unserer Umfrage dazu geäußert, dass sie unzufrieden mit der Cafeteria und dem Kiosk sind. Frau Windels machte uns darauf aufmerksam, dass Veränderungen einen langen Vorlauf benötigen. Sie versicherte uns aber auch, dass solche Problematiken nach der Fertigstellung des Neubaus sicherlich Gehör finden werden.

In der Ruhezone reichen die Sitzgelegenheiten nicht aus.
Viele Schülerinnen und Schüler wünschen sich mehr Sitzgelegenheiten.

Eine weitere Frage, die wir uns selber nicht so recht beantworten konnten, war die Frage nach einer Kürzung der Mittagspause. Zu diesem Thema hatten wir in unserer Umfrage besonders viele Änderungsvorschläge bzw. Rückmeldungen bekommen. Dazu zeigte uns Frau Windels den schulischen Blickwinkel: Da viele Schülerinnen und Schüler aus Rastede kämen und in der Mittagspause zum Essen nach Hause fahren, könne man die Mittagspause nicht kürzen. Dann würden sie das zeitlich nicht mehr schaffen. Zudem meinte Frau Windels, dass man auch einfach eine gewisse Zeit brauche, um sich zu erholen.

Abschließend stellten wir Frau Windels noch eine Frage zu weiteren Sitzgelegenheiten und dem Ausbau der Handyzone. Dazu sagte sie uns, dass sich die Problematik mit den Sitzgelegenheiten legen werde, wenn das neue Gebäude fertig ist. Zur Ausweitung der Handyzone sei es zum aktuellen Zeitpunkt schwierig Auskunft zu geben, da man noch keinen ausreichenden Schutz vor einem Missbrauch der Handynutzung gewährleisten könne. So habe man in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen im Bezug auf die Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler gemacht.

Schülervertretung der KGS Rastede
Wenn ihr Probleme, Wünsche oder Vorschläge habt,
wendet euch einfach an die Schülervertretung!

Nach diesen informativen Gesprächen mit der Schülervertretung und mit Frau Windels kamen wir zu dem Schluss, dass es in unserer Schule viele individuelle Menschen gibt, die Ihre ganz eigene Meinung und Vorstellung im Bezug auf das Pausensystem haben. Diese lassen sich einfach nicht alle unter einen Hut bringen und die organisatorischen Rahmenbedingungen, wie z.B. der Busfahrplan, spielen auch eine große Rolle. Falls aber in Zukunft doch mal größerer Probleme auftreten, wissen wir jetzt auch, dass wir uns jederzeit an die Schülervertretung wenden können. Diese Möglichkeit solltet ihr ebenfalls nutzen. Vielleicht verändert sich dann ja doch etwas.

Eure Meinung

Viele von euch haben bei unserer Umfrage zum Pausensystem mitgemacht. Auch wenn die Ansichten insgesamt weit auseinandergehen, kann man erkennen, dass viele gern die 20-Minuten-Pausen und die Mittagspause kürzen würden. Auch die 10-Minuten-Pausen würde die Mehrheit entweder streichen oder kürzen.

„Wenn ich Chef wäre, würde ich die Pausen verkürzen, damit die Schüler eher nach Hause können. Hierbei würden sich verschiedene Varianten anbieten:
1. Streichen der 10-Minuten-Pausen;
2. Verkürzen der Mittagspause auf 45 Minuten.“

„mehr Aufenthaltsbereiche; gesicherte Ruhe; bessere Kiosk-Regeln, welche darauf abzielen, dass man schneller bedient werden kann (viele drängeln vor)“

„Nur 45 min Mittagspause. Zwischen 7/8 dann noch 15 Minuten Pause.“

„Ich würde die Mittagspause kürzen, weil ich finde, dass 60 Minuten viel zu lange sind. Außerdem finde ich die 10-Minuten-Pausen auch zu lange oder zu kurz, je nachdem wie man das interpretiert. In den 10 Minuten schafft man es als Mädchen meist nicht mal aufs Klo, weil die Schlangen zu lang sind und am Kiosk stehst du auch Ewigkeiten an. Aber die Pausen abschaffen wäre wahrscheinlich auch blöd.“

„Ich würde die Pausen kürzen oder welche streichen, da man dann eher Schulschluss hat.“

„Ich hätte eigentlich nichts zu verbessern, da das System ganz gut ist und sich auch alle daran gewöhnt haben.“

nach der dritten Stunde auch eine kleine Pause machen, dafür vielleicht eine der längeren (20 Minuten) kürzen oder die Mittagspause dafür kürzen“

„Ich würde den Gebrauch von Handys in den Pausen legalisieren. Der bisherige Umgang ist nachvollziehbar, entspricht aber nicht mehr der Rolle der Handys heutzutage. Sie sind nicht weniger als Bücher eine Informationsquelle, in denen Schüler (meinetwegen erst ab der Oberstufe) Dinge recherchieren können sollten. Die Aufgabe, den Handykonsum der Schüler außerhalb der Unterrichtszeit zu steuern, sollte in der Verantwortung der Schüler liegen.“



Umfrage, Auswertung der Ergebnisse, Recherche, Artikel, Fotos


Umfrage, Auswertung der Ergebnisse, Recherche, Artikel, Fotos


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